Neues Promotionskolleg an der Universität Bonn
Doktoranden erforschen, wie das Immunsystem mit Erkrankungen wie etwa Alzheimer zusammenhängt

Das Immunsystem ist an zahlreichen neurologischen Erkrankungen - wie Alzheimer, Hirntumoren und Epilepsien - beteiligt. Solche Zusammenhänge sollen im neuen Promotionskolleg ‚NeuroImmunology’ an der Medizinischen Fakultät der Universität Bonn untersucht werden. Bis zu 30 Stipendiaten erhalten die Gelegenheit, in einer Doktorarbeit intensiv solche Forschungsfragen zu bearbeiten. Das neue Kolleg startet am 1. Juni und wird von der Else Kröner-Fresenius-Stiftung mit 750.000 Euro gefördert.

© Foto: Katharina Wislsperger/UKB

Die ersten Stipendiaten des Promotionskolleg BonnNi, links: Prof. Dr. med. Michael Hölzel, rechts: Prof. Dr. med. Albert Becker.

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„In der Wissenschaft wird zunehmend erkannt, dass immunologische Prozesse für neurologische Erkrankungen von großer Bedeutung sind: Das gilt für Multiple Sklerose genauso wie für Hirntumore, Alzheimer und Epilepsien“, sagt Prof. Dr. med. Albert Becker vom Institut für Neuropathologie, der zusammen mit Prof. Dr. med. Michael Hölzel vom Institut für Klinische Chemie und Klinische Pharmakologie das Promotionskolleg koordiniert. Die junge Disziplin der Neuroimmunologie versucht unter anderem zu erforschen, wie das Immunsystem darauf ausgerichtet werden kann, zum Beispiel Tumore ins Visier zu nehmen. Erste wissenschaftliche Ansätze zeigen, dass sich etwa mit Hilfe von Antikörpern die körpereigene Abwehr für die Bekämpfung von Krebszellen nutzen lässt.

Auf der Schwelle zu neuartigen Therapien

„Wir stehen auf der Schwelle zu völlig neuartigen Therapien“, sagt Prof. Hölzel. „Mit dem Promotionskolleg wollen wir die Ausbildung junger Wissenschaftler in dieser Disziplin stärken, die wir so dringend benötigen, um diese Forschung weiter voranzutreiben.“ Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung fördert die strukturierte Ausbildung der Doktoranden in den nächsten drei Jahren mit 750.000 Euro. Das Geld fließt vor allem in Stipendien. Die ersten Stipendiaten nehmen nun ihre wissenschaftliche Ausbildung auf. Insgesamt sollen sich in dem Promotionskolleg rund 30 junge Mediziner für die Neuroimmunologie qualifizieren.

Sehr gute Betreuung durch international ausgewiesene Forscher

Mit dem Else Kröner-Fresenius-Promotionskolleg arbeiten hochkarätige Einrichtungen wie der Sonderforschungsbereich „Synaptic Micronetworks in Health & Disease“ und das Exzellenzcluster „ImmunoSensation“ in Bonn zusammen. Diese Partner sorgen für spannende Themenfelder an der Front der Forschung, modernste Infrastruktur und eine sehr gute Betreuung durch international ausgewiesene Arbeitsgruppen.
Die Stipendiaten werden in einem Auswahlverfahren festgelegt: Alle am Thema Neuroimmunologie interessierte Studierende der Medizin an der Universität Bonn können sich bewerben. „Mit dem Promotionskolleg schaffen wir einen Freiraum für interessierte Nachwuchskräfte, sich intensiv mit der Forschung zu befassen“, sagt Prof. Hölzel.

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